Irular Dorfprojekte

Die Volksgruppe der Irular lebten über Jahrtausende hinweg in Urwäldern und Baumsteppen Südindiens in enger Verbundenheit mit der Natur.


Ihr Elend begann in der Kolonialzeit. Das Land, auf dem und von dem sie ursprünglich lebten, wurde mehr und mehr von Fremden in Anspruch genommen. Nach der Unabhängigkeit ließen Holzeinschlag und Bergbau die Wälder mehr und mehr schrumpfen. 1978 untersagten die Forstverwaltungen ihnen den Zutritt zu ihren Wildnis-Territorien in denen und von denen sie lebten.

Heute arbeiten die Irular als ungelernte Hilfskräfte in Haushalten, Ziegeleien und Steinbrüchen. Vom Erlös können sie nicht existieren. Sie sind unterernährt und krank. Weil der regelmäßige Schulbesuch erst allmählich zur Gewohnheit wird, haben sie keine Ausbildungen und es fehlt  ihnen jetzt, da sie ihrer angestammten Lebensweise nicht mehr nachgehen können, an Verdienstmöglichkeiten und an ausreichender Ernährung, aber auch an Anerkennung durch die übrige Gesellschaft.

Wir wollen vermeiden, dass die Kultur der Irular zerstört wird. Wir wollen gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten erkunden, wie sie auf der  Grundlage einer guten Ausbildung in eigener Verantwortung ihr Leben selbstständig gestalten können. Dazu gehört, dass sie sich auskömmlich ernähren, ihre medizinische Versorgung sichern – kurzum, dass jeder Einzelne sowohl für sich selbst als auch für seine Gemeinschaft eintreten kann. Die Irular stehen vor der großen Aufgabe zugleich in der ureigenen Welt ihrer traditionellen Kultur und in der Welt des modernen Indiens zu bestehen.

Nandri Kinderhilfe e.V. engangiert sich seit 2013 in einigen Irular-Dörfern in Südindien unweit der Küstenstadt Mamallapuram. In mehreren Dörfern werden nun regelmäßig Schulspeisungen finanziert. Im kleinen Dorf Thondamanallur konnte im November 2013 ein von Nandri Kinderhilfe errichtetes Dorfgemeinschaftshaus als Bildungszentrum eingeweiht werden. Ein Projekt mit Schwerpunkt Sisalverarbeitung als Erwerbsmöglichkeit für die Frauen wird ebenfalls unterstützt.

 

Eindrücke vom Dorfleben

Das Sisal-Projekt