Regelmäßig kommen Wanderarbeiter in den kleinen Ort Reddypalyam, um in den dort ansässigen Ziegeleien zu arbeiten. Diese Gegend ist sehr trocken und wenn die Fabriken saisonbedingt keine Arbeit bieten, ziehen die Menschen weiter, um sich andernorts als Steinbrucharbeiter oder in der Landwirtschaft zu verdingen.

Um den Kindern dieser Arbeiterfamilien, die am Tage selbst in den Ziegeleien arbeiteten, während der frühen Abendstunden zumindest das Alphabet beizubringen, gründete R. S. Arputham 1985 eine kleine Hilfsorganisation: den TEA-Trust (Team for Education and Action). Hieraus geht die heute existierende Schule hervor, die 1992 unter seiner Leitung von der japanischen Regierung gebaut und kurzzeitig unterstützt wurde. Seither besuchen die Kinder der umliegenden Dörfer sowie die Kinder der Wanderarbeiter die Little Flower High School. Alle haben eines gemeinsam – sie gehören zu den Ärmsten in Indien: den Dalits, den Kastenlosen, den Adivasi (ein Ureinwohner-Stamm), den Irular (Ureinwohner-Waldmenschen) usw.

Um einen regelmäßigeren Schulbesuch zu ermöglichen, hat R. S. Arputham für die Kinder der Wanderarbeiter auch ein Heim gebaut. Es hat getrennte Gebäude für Jungen und Mädchen, sodass 165 Kinder dort leben können und neben einer guten Ernährung auch die Gelegenheit zum Lernen und Spielen mit anderen Kindern haben. Die winzigen Räume der Fabrik, in denen die Arbeiter der Ziegeleien leben, sind oft viel zu klein für die ganze Familie und wenn diese schließlich weiterzieht, können ihre Kinder durch das Heim so weiterhin in der Little Flower School bleiben.


Mittlerweile verfügt die Schule über 9 Klassen: die Klassen 1-5 der Primary School, die Klassen 6-8 der Middle School und seit 2018 auch die 9. Klasse der High School. Heute werden in der Little Flower School etwa 300 Kinder von acht Lehrern und der Schulleiterin Gowry betreut, etwa 165 von ihnen leben in dem angegliederten Hostel. Das Schulgebäude selbst ist ein sehr einfach konstruiertes Haus. Es steht auf einem sandigen Hof und ist von den Ziegeleien umgeben.

Die Kinder bezeichnet man als „New Generation Learners“. Das bedeutet, dass ihre Eltern nicht zur Schule gegangen sind, sondern schon während ihrer eigenen Kindheit in den Ziegeleien arbeiten mussten. Ihre Nachkommen haben nun die Möglichkeit, in der Schule zu lernen, um später nicht selbst als Kuli oder in der Ziegelfertigung arbeiten zu müssen!

Im März 2007 begann die Nandri Kinderhilfe e.V., dieses Schulprojekt zu unterstützen. Als Zielsetzung gilt eine kontinuierliche Schulbildung, aber auch die Unterhaltung des angeschlossenen Schülerwohnheims sowie die Unterstützung der Menschen in der Region.

Bei Fragen zu einem möglichen Praktikum im Projekt wenden Sie sich bitte an Monika Gerbas:
Telefon: +49 (0) 61 71 - 2 79 12 43 · Mail: monika.gerbas@nandrikinderhilfe.de